Der Untertan spricht
Theatermonolog von Inés Burdow nach Motiven von Heinrich Mann.
„Meine Pflicht - nein, Bestimmung - ist es, ein Knöpfchen zu sein.
Ein Knopf an der großen Hose des Vaterlandes.“
Was geschieht, wenn sich eine literarische Figur von ihrem Autor löst und beginnt, ihr Publikum zu verführen?
Inés Burdow löst die Hauptfigur, den Opportunisten Diederich Heßling, aus Heinrich Manns Roman Der Untertan heraus und lässt ihn selbst sprechen – mit sich, dem Kaiser, Gott und der Welt.
Heßling verfolgt seine eigene Spur durch die Zeit. Er erinnert seinen Weg von der Kleinstadt S. ins kaiserzeitliche Berlin und wieder zurück. Dabei erzählt er von den Ängsten, Sehnsüchten und Loyalitäten, die ihn prägen – und von seinem Aufstieg zu einem Mann, der Macht erkennt und zu nutzen versteht.
Er begegnet seinem Autor Heinrich Mann, dem Kaiser, den Gespenstern seiner Vergangenheit und schließlich seinem Publikum.
Heßling sucht Verbündete. Er wirbt um Zustimmung. Aus Erinnerungen werden Argumente, aus Erfahrungen Gewissheiten.
Dabei rückt eine Frage immer näher:
Wie groß ist der Abstand zwischen Diederich Heßling und uns selbst?
Pressestimmen
„Wie viel ›Untertan‹ steckt noch in uns?“
Thomas Berger, MOZ
„Psychologisch hervorragend seziert und brisant aktuell auf den Punkt gebracht.“
Bettina Ullmann
"Inés Burdow begeisterte mit darstellerischer Wucht!"
ELBE WESER KURIER
„Eine gelungene und kraftvolle Interpretation, die neue Perspektiven eröffnet.“
rbb
Credits
Text, Konzept und Spiel: Inés Burdow
Regie: Anna Tenti
Bühne: Emanuel Schleiermacher
Kostüm: Ann-Christine Müller
Musik und Ton: Tim Andersen
Licht: Dietrich Baumgarten
Produktion
Andere Welt Bühne, gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Gastspiele (Auswahl)
- Volksbühne Berlin
- Uckermärkische Bühnen Schwedt
- Theater am Rand, Zollbrücke
- DAS Margareten, Wien
- Theater Ost, Berlin
- Friedrich-Wolf-Gesellschaft Lehnitz